Informations-Plattform für 5G und Mobilfunk

Technik

Wie funktioniert ein Mobilfunknetz?

Ein Mobilfunknetz besteht aus vielen Funkzellen. Zu jeder Zelle gehört eine Antenne, die via Funk Verbindung zu den Mobiltelefonen (und anderen über Funk vernetzten Geräten) in ihrer näheren Umgebung herstellt. Üblicherweise werden von einer Mobilfunkbasisstation aus mehrere Zellen versorgt.

Jede Antenne kann nur eine begrenzte Datenmenge übermitteln. Deshalb bestimmt die Intensität der Nutzung, wie gross eine Funkzelle ist. In ländlichen Gegenden, wo pro Flächeneinheit weniger Mobiltelefone in Gebrauch sind, haben die Zellen einen Radius von mehreren Kilometern; in städtischen Gebieten sind es hingegen nur einige hundert Meter.

Quelle: BAFU

Was ist 5G?

Die Abkürzung 5G bezeichnet die fünfte Generation des Mobilfunks. 5G ist der neue internationale Mobilfunkstandard. Er ist die Fortführung des Mobilfunkstandards 4G und baut weitgehend auf diesem auf. Die Infografik zeigt, welche zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten mit dem Übergang von 4G zu 5G entstehen.

Was sind die Unterschiede zwischen 4G und 5G?

5G kann in den gleichen Frequenzbereichen wie 4G verwendet werden. Es kommt auch dieselbe Form der Signalaussendung (Modulation) zum Einsatz. Im Unterschied zu 4G wird 5G zusätzlich in einem neuen Frequenzbereich (3,5 bis 3,8 GHz) eingesetzt. Zusammen mit technischen Optimierungen ermöglicht dies eine grössere Anzahl Nutzerinnen und Nutzer, eine höhere Datenmenge pro Zeiteinheit sowie eine geringere Antwortzeit. Mit einer bis zu 10-mal grösseren Übertragungskapazität werden Echtzeit-Verbindungen möglich: Ferngesteuerte Anwendungen können so ausgeführt werden, als wäre die Bedienungsperson direkt vor Ort.

Weshalb braucht die Schweiz 5G?

Die Datenmenge, die über die Mobilfunknetze transportiert wird, ist in den letzten Jahren massiv angestiegen und wächst weiter. Gemäss der bisherigen und der erwarteten Entwicklung verdoppelt sich dieses Datenvolumen ca. alle 18 Monate. Die steigende Anzahl vernetzter Geräte und Sensoren («Internet der Dinge») dürfte den Trend zu steigenden Datenmengen weiter verstärken. Mittelfristig wird der mobile Datenverkehr mit der 3G- und 4G-Technologie allein nicht mehr zu bewältigen sein.

Werden in der Schweiz Millimeterwellen für 5G verwendet?

Millimeterwellen sind elektromagnetische Wellen mit einer kurzen Wellenlänge (ca. 1 – 15 mm) in einem sehr hohen Frequenzbereich (ab 20 GHz). Für den Mobilfunk werden derzeit in der Schweiz keine Frequenzen im Millimeterwellen­bereich genutzt. Hingegen werden in der Schweiz seit Jahren zum Beispiel Richtfunkverbindungen sowie Distanzradare im Strassenverkehr im Millimeterwellenbereich betrieben. Die nachstehende Abbildung zeigt die von verschiedenen Anwendungen genutzten Frequenzen und den zugehörigen Bereich der hoch- bzw. niederfrequenten elektromagnetischen Felder.

In einem späteren Ausbauschritt des 5G-Standards werden voraussichtlich Frequenzen im Millimeterwellenbereich zum Einsatz kommen (→ siehe auch Frage «Haben 5G und adaptive Antennen andere Auswirkungen auf die Gesundheit als konventionelle Antennen?»). Der genaue Zeitpunkt ihrer Nutzung ist noch offen.

Was ist eine «5G-Antenne»?

5G Antenne (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Der Begriff «5G-Antenne» ist ungenau und missverständlich. Die 5G-Technologie kann sowohl mit konventionellen als auch mit sogenannten adaptiven Antennen (→ siehe auch Frage «Wieso werden adaptive Antennen eingesetzt?») verwendet werden. Um sämtliche Vorteile der 5G-Technologie nutzen zu können, braucht es jedoch adaptive Antennen. Der Begriff «5G-Antenne» wird deshalb oft mit dem Begriff «adaptive Antenne» gleichgesetzt.

Wieso werden adaptive Antennen eingesetzt?

Adaptive Antennen sind eine Weiterentwicklung in der Antennentechnologie. Adaptive Antennen sind in der Lage, die Signale auf einzelne Endgeräte zu fokussieren (sogenanntes «Beamforming»). Sie können mit derselben Energie mehr Daten übertragen. Durch die klarere Trennung der Funksignale der einzelnen Mobilgeräte (Smartphones, Tablets etc.) vermeiden sie ungewollte Störungen. Die Verbindungsqualität wird dadurch verbessert, und wer kein Mobilgerät nutzt, ist einer geringeren Strahlung ausgesetzt.

konventionelle Antenne
konventionelle Antenne (Quelle: BAKOM)

adaptive Antenne
adaptive Antenne (Quelle: BAKOM)

Wie viele 5G-Antennen gibt es in der Schweiz und wo befinden sich diese?

Am 3.8.2022 waren in der Schweiz 7’714 5G-Mobilfunkanlagen in Betrieb. Die Übersichtskarte unten zeigt die Standorte sämtlicher 5G-Mobilfunkantennen in der Schweiz. Via «Menu öffnen > Dargestellte Karten» werden bei entsprechender Auswahl die Standorte weiterer Mobilfunkantennen (2G, 3G, 4G) sowie von Radio- und Fernsehsendern angezeigt.

BAKOM: Erläuterungen zur Übersichtskarte


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Warum braucht es immer mehr Antennen?

Mobilfunkantennen werden dort errichtet, wo sich die Nutzerinnen und Nutzer befinden und der Bedarf an Gesprächs- und Datenkapazitäten am grössten ist. Die übertragenen Datenmengen nehmen international und auch in der Schweiz stetig zu. Die Sendeleistung einer Antenne lässt sich jedoch nicht ständig erhöhen, da sonst die gesetzlich vorgegebenen Immissions- und Anlagegrenzwerte (→ siehe auch Frage «Wie wird die Bevölkerung vor der Strahlung von Mobilfunkantennen geschützt?») nicht mehr eingehalten werden. Um Kapazitätsengpässe zu vermeiden, müssen daher neue Antennen gebaut und in Betrieb genommen werden.

Wieso braucht es zusätzliche Mobilfunkantennen, wenn gleichzeitig überall das Glasfasernetz ausgebaut wird?

Glasfasernetze können Wohnungen, Büros und Produktionsstätten mit schnellem Internet versorgen. Hingegen sind im Freien und unterwegs gut ausgebaute Mobilfunknetze für die Übermittlung von Daten unverzichtbar. Besonders in entlegenen Gebieten mit beschränkter Festnetzversorgung leistet der Mobilfunk einen wichtigen Beitrag an die Versorgung mit schnellem Internet. Glasfasernetze nehmen auch beim Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur eine zentrale Rolle ein, da jede 5G-Basisstation einen Glasfaseranschluss benötigt.

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Strahlenbelastung

Führen mehr Antennen zu einer höheren Strahlenbelastung?

Die Strahlenbelastung hängt vor allem von der Menge der Daten ab, die übertragen werden. In einem dichteren Mobilfunknetz mit mehr Antennen können die Daten mit kleineren Sendeleistungen übertragen werden. Geringere Sendeleistungen haben auch weniger Störungen zwischen benachbarten Mobilfunkantennen zur Folge. Zudem strahlen Mobiltelefone weniger, wenn sie in einem dichten Funknetz genutzt werden, da die Distanz zur nächsten Antenne kleiner ist. Dies reduziert die Strahlenbelastung für die Nutzerinnen und Nutzer.

Nimmt die Strahlenbelastung mit 5G im Vergleich zu 4G oder 3G zu?

Die Technik des 5G-Mobilfunkstandards ist effizienter als 3G und 4G: Die gleiche Datenmenge kann in kürzerer Zeit verarbeitet werden, und mit der schnelleren Datenübermittlung verringert sich die Dauer der Strahlenbelastung. Gleichzeitig führen die immer grösseren Datenmengen, die per Mobilfunk übertragen werden, zu einer Zunahme der Strahlenbelastung. Diese Entwicklung ist aber unabhängig vom eingesetzten Mobilfunkstandard.

Über die Veränderung der Gesamtbelastung durch nichtionisierende Strahlung im Zeitverlauf gibt das Monitoring des BAFU Auskunft (→ siehe auch Frage «Was ist das Monitoring der nichtionisierenden Strahlung?»).

Wie gross ist die Strahlenbelastung bei der Verwendung von Mobiltelefonen?

Die meisten Hersteller von Mobiltelefonen deklarieren die maximale Strahlenbelastung, die durch ihre Geräte verursacht wird. Als Mass dient die Spezifische Absorptionsrate SAR. Dabei darf der SAR-Wert von 2 W/kg nicht überschritten werden (→ siehe auch Frage «Gibt es auch Grenzwerte für die Strahlung von Mobiltelefonen?»).

Die strahlungsärmsten Mobiltelefone weisen maximale SAR-Werte (am Kopf gemessen) von weniger als 0,6 W/kg auf, die am stärksten strahlenden Geräte solche von bis 1,94 W/kg (Stand Mai 2022). Die SAR-Werte von 5G-Geräten liegen in der gleichen Grössenordnung wie bei den früheren Gerätegenerationen. Eine Übersicht über die SAR-Werte der meisten Mobiltelefone gibt das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS):

BfS: SAR Suche

Wie wird die Strahlenbelastung bei der Verwendung von Mobiltelefonen gemessen?

Um die Wirkung der Strahlung beurteilen zu können, ist es nötig, die Belastung des Körpers durch elektromagnetische Felder zu kennen. Diese Felder können nicht direkt im Körper des Menschen gemessen werden. Als Hilfsmittel werden deshalb einerseits sogenannte «Phantome» verwendet, die den bestrahlten Körperteil anatomisch und elektrisch so gut wie möglich nachbilden. Andererseits kann mithilfe von Computermodellen die Strahlenbelastung von Menschen unterschiedlichen Geschlechtes, Alters und Körperbaus simuliert, gerechnet und statistisch analysiert werden.

Welchen Anteil hat mein Mobiltelefon an der Gesamtbelastung durch nichtionisierende Strahlung?

Um die gesamte Strahlung zu messen, der Menschen in ihrem Alltag ausgesetzt sind, wurden Studien durchgeführt, bei welchen Testpersonen Messgeräte auf sich trugen. Für die Bestimmung der Strahlenbelastung durch das eigene Mobiltelefon werden andere Methoden eingesetzt (→ siehe auch Frage «Wie wird die Strahlenbelastung bei der Verwendung von Mobiltelefonen gemessen?»).

Die Strahlung während eines Gesprächs mit dem eigenen Mobiltelefon führt im Vergleich zu allen anderen Strahlungsquellen zur höchsten Belastung. Die mittlere Gesamtbelastung einer Person, die kein Mobiltelefon nutzt, ist im Alltag sehr klein und liegt etwa 300-mal tiefer als der SAR-Grenzwert (→ siehe auch Frage «Gibt es auch Grenzwerte für die Strahlung von Mobiltelefonen?»).

Die Abbildung zeigt die Beiträge verschiedener Strahlungsquellen zur durchschnittlichen Gesamtdosis, der ein Mensch in Europa ausgesetzt ist.

Mittlere Ganzkörperdosis; Quelle: van Wel, L. et al. (2021)

Welcher Strahlung bin ich zu Hause ausgesetzt?

Sowohl Anlagen in der Umwelt (z. B. Mobilfunkantennen, Rundfunksender oder Hochspannungsleitungen) als auch Geräte im Haushalt können zu einer Strahlenbelastung führen. Funkanwendungen im Haushalt arbeiten generell mit relativ geringer Sendeleistung. Trotzdem können sie die Belastung in Innenräumen dominieren, da die Distanz zu den Menschen klein ist. Detaillierte Informationen zur Strahlung von Geräten wie WLAN, Schnurlostelefonen, Bluetooth, Fitness-Tracker, Smartwatches, aber auch Mikrowellenöfen, Induktionskochherden und vielen mehr hat das BAG in verschiedenen Faktenblättern zusammengestellt. Zukünftig wird die Belastung in Wohnräumen für verschiedene Gebäudetypen und Wohnlagen auch im Monitoring der nichtionisierenden Strahlung des BAFU (→ siehe auch Frage «Was ist das Monitoring der nichtionisierenden Strahlung?») erhoben.

Was ist das Monitoring der nichtionisierenden Strahlung?

Das BAFU ist daran, ein Programm zur Erhebung der Belastung der Bevölkerung durch nichtionisierende Strahlung aufzubauen. Erfasst wird z. B. die Strahlenbelastung durch Mobilfunk- und Rundfunksendeanlagen, Hochspannungsleitungen sowie Geräte im Wohnumfeld. Die Messungen erfolgen zu Fuss mit tragbaren Messgeräten auf vordefinierten Routen. Sie decken den Aussenbereich (z. B. Stadtzentren, Siedlungsgebiete, ländliche Gebiete), unterschiedliche Aufenthaltsbereiche (z. B. Bahnhöfe, Restaurants), den Fahrgastbereich im öffentlichen Verkehr (z. B. Zug, Tram, Bus) und die Innenbereiche von Wohnungen in unterschiedlichen Wohnlagen (z. B. Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Bauernhaus) ab. Der erste Messbericht wurde im Juni 2022 veröffentlicht.

Expositionsmessungen nichtionisierende Strahlung
Jahresbericht 2021 – Projektkonsortium SwissNIS

Medienmitteilung vom 15.6.2022: Erster Monitoringbericht zu nichtionisierender Strahlung: Belastung unter dem Grenzwert

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Gesundheit

Wie wird die Bevölkerung vor der Strahlung von Mobilfunkantennen geschützt?

Um die Bevölkerung vor der Strahlung von Mobilfunkanlagen zu schützen, hat der Bundesrat in der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) ein zweistufiges Schutzkonzept mit Grenzwerten festgelegt:

BAFU: Elektrosmog – die Grenzwerte im Überblick

Überall, wo sich Menschen – auch nur kurzfristig – aufhalten, müssen Mobilfunkanlagen Immissionsgrenzwerte einhalten. Diese sind international harmonisiert und schützen vor den wissenschaftlich nachgewiesenen Gesundheitsauswirkungen.

An Orten, wo sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten (z. B. Wohnungen, Schulen, Spitäler oder Kinderspielplätze), gelten für Mobilfunkanlagen in der Schweiz zusätzlich deutlich tiefere Anlagegrenzwerte. Diese begrenzen vorsorglich die Langzeitbelastung und reduzieren so das Risiko für allfällige heute noch nicht erkennbare Gesundheitsfolgen.

Müssen 5G-Antennen dieselben rechtlichen Bestimmungen einhalten wie 4G-Antennen?

Für alle Mobilfunkantennen gelten die gleichen rechtlichen Bestimmungen, insbesondere die Anforderungen der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV). Diese legt fest, wie hoch die Strahlung im Umfeld einer Antenne maximal sein darf. Dabei kommt es nicht darauf an, welche Mobilfunktechnologie oder welcher Antennentyp (konventionelle oder adaptive Antenne) verwendet wird.

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV)

Warum wird das 5G-Netz ausgebaut, obwohl es noch Unsicherheiten zu den Auswirkungen auf die Gesundheit gibt?

Die Grenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) unterscheiden nicht zwischen den verschiedenen Mobilfunktechnologien (2G, 3G, 4G, 5G). Mit den geltenden Immissionsgrenzwerten ist die Bevölkerung vor den nachgewiesenen schädlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung geschützt. Die deutlich tieferen Anlagegrenzwerte tragen zusätzlich den bestehenden wissenschaftlichen Unsicherheiten zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung Rechnung. Mit den Anlagegrenzwerten wird die Strahlung von Mobilfunkantennen in der Schweiz strenger begrenzt als international üblich. Im April 2020 hat der Bundesrat über das weitere Vorgehen im Bereich Mobilfunk und 5G entschieden und dabei bekräftigt, die geltenden Anlagegrenzwerte zurzeit beizubehalten.

Der Bundesrat: Medienmitteilung vom 22.4.2020

Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV)

Gibt es Grenzwerte für die Strahlung von Mobiltelefonen?

1998 wurde von der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) ein Grenzwert empfohlen, der die Temperaturerhöhung von Körpergewebe beim Gebrauch von Mobiltelefonen auf ein Mass beschränkt, bei welchem keine unmittelbare Gefährdung der Gesundheit besteht. Dieser Grenzwert wurde 1999 von der Europäischen Kommission übernommen. Er bildet auch die Grundlage für die maximal erlaubte Strahlung von Mobiltelefonen in der Schweiz.

Als Mass für die Strahlung von Mobiltelefonen in den aktuell genutzten Frequenzbereichen wird die Spezifische Absorptionsrate (SAR) verwendet. Diese wird in Watt pro Kilogramm (W/kg) angegeben. Um negative gesundheitliche Wirkungen auszuschliessen, soll die Spezifische Absorptionsrate eines Mobiltelefons für Kopf und Rumpf nicht mehr als 2 W/kg betragen. Dieser Grenzwert enthält einen Sicherheitsfaktor von 50, damit auch empfindliche Bevölkerungsgruppen (ältere Menschen, Kinder, Schwangere) geschützt sind.

Welche Auswirkungen hat Mobilfunkstrahlung auf die menschliche Gesundheit?

Die von Mobilfunkantennen und Mobiltelefonen ausgehende Strahlung gehört zur hochfrequenten, nichtionisierenden Strahlung. Diese Strahlung kann bei sehr hohen Intensitäten Körpergewebe erwärmen. Eine zu grosse Erwärmung ist gesundheitsschädlich. International empfohlene Grenzwerte, welche auch die Schweiz anwendet, schützen vor zu hohen Belastungen (→ siehe auch Fragen «Wie wird die Bevölkerung vor der Strahlung von Mobilfunkantennen geschützt?» und «Gibt es auch Grenzwerte für die Strahlung von Mobiltelefonen?»).

Noch bestehen verschiedene Forschungsfragen zu möglichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit. Deshalb wird die Strahlenbelastung durch Mobilfunkantennen in der Schweiz an Orten wie Wohnungen, Schulen, Spitälern oder Kinderspielplätzen über die international empfohlenen Grenzwerte hinaus noch stärker begrenzt. Damit wird die Langzeitbelastung tief gehalten und das Risiko für allfällige heute noch nicht erkennbare Gesundheitsfolgen reduziert. Zudem kann jede Person ihre Strahlenbelastung durch das eigene Mobiltelefon mit einfachen Massnahmen selber begrenzen (→ siehe auch Frage «Wie kann ich die Strahlenbelastung bei der Verwendung von Mobiltelefonen verringern?»).

In der Forschung wurden zum Teil auch bei einer Strahlenbelastung unterhalb der gebräuchlichen Grenzwerte Auswirkungen beobachtet. Allerdings sind diese Befunde weniger eindeutig oder weniger gut belegt (Bericht der Arbeitsgruppe Mobilfunk und Strahlung 2019, Kapitel 6.6). Auch führen nicht alle messbaren biologischen Effekte automatisch zu gesundheitlichen Problemen. Zum Beispiel wurden Veränderungen der menschlichen Gehirnaktivität festgestellt, wenn Versuchspersonen vor dem Zubettgehen der Strahlung eines Mobiltelefons ausgesetzt waren. Weil aber die Schlafqualität dadurch nicht beeinträchtigt war, ist es unklar, ob dieser Effekt für die Gesundheit von Bedeutung ist (Hug et al. 2014). Auch in Zell- oder Tierstudien wurden biologische Effekte festgestellt (Mevissen und Schürmann 2021 oder Newsletter BERENIS – Sonderausgabe Januar 2021), aus welchen sich derzeit jedoch keine langfristigen oder für die menschliche Gesundheit bedeutsamen Auswirkungen ableiten lassen.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 2011 hochfrequente Strahlung als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft. Grundlage dafür waren Studien zur Mobiltelefonnutzung, die Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Art von Hirntumoren (Gliome) und Tumoren des Hörnervs zeigten. In den nächsten Jahren soll das krebserregende Potenzial hochfrequenter Strahlung anhand der zwischenzeitlich durchgeführten Untersuchungen neu beurteilt werden. Forschungsprojekte zu möglichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen laufen im In- und Ausland und werden zum Teil vom Bund unterstützt. 2022 hat das BAFU einen Aufruf zur Einreichung von Projekten zu diesen Themen lanciert und fördert so relevante Forschungsvorhaben. Um kompetent über die gesundheitlichen Auswirkungen von nichtionisierender Strahlung informiert zu sein, hat das BAFU 2014 die Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS) einberufen. Diese sichtet die neu publizierten wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema und wählt diejenigen zur detaillierten Bewertung aus, die aus ihrer Sicht für den Schutz des Menschen von Bedeutung sind oder sein könnten. So sollen potenzielle Risiken frühzeitig erkannt werden. Ihre Einschätzungen publiziert die Expertengruppe vierteljährlich als Newsletter auf der Website des BAFU.

BAFU: Newsletter Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS)

Haben 5G und adaptive Antennen andere Auswirkungen auf die Gesundheit als konventionelle Antennen?

Die für 5G derzeit verwendeten Frequenzen liegen im selben Bereich wie die bisher eingesetzten Mobilfunktechnologien oder WLAN. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die gesundheitlichen Auswirkungen von 5G anders sind als bei 4G oder 3G (vgl. Röösli et al. 2021). Adaptive Antennen können das Signal in eine bestimmte Richtung fokussieren und es in andere Richtungen reduzieren (→ siehe auch Frage «Wieso werden adaptive Antennen eingesetzt?»). Aufgrund dieser Eigenschaft ist die Strahlenbelastung ausserhalb des fokussierten Bereichs im Durchschnitt tiefer als bei konventionellen Antennen.

Es ist absehbar, dass in Zukunft für den Mobilfunk auch Frequenzen im Millimeterwellenbereich genutzt werden. Die mit Millimeterwellen verbundene Strahlung wird vom Körper anders absorbiert als bei den gegenwärtig verwendeten Frequenzen. Mögliche gesundheitliche Auswirkungen müssen noch genauer untersucht werden

Was tun die Behörden für Personen, die sich durch die Strahlung von Mobilfunkanlagen beeinträchtigt fühlen?

Menschen, die sich in ihrer Gesundheit oder ihrem Wohlbefinden durch nichtionisierende Strahlung beeinträchtigt fühlen, werden als elektrosensibel bezeichnet. Bisher konnte ein Zusammenhang zwischen den von betroffenen Personen genannten Beschwerden und der Belastung durch nichtionisierende Strahlung mit wissenschaftlichen Methoden nicht nachgewiesen werden. Das Leiden elektrosensibler Menschen ist jedoch real, und es ist allgemein anerkannt, dass es weitere Studien braucht, um die Ursachen für die Beschwerden besser zu verstehen.

Zur Unterstützung von elektrosensiblen Personen richtet das BAFU zusammen mit einem universitären Institut für Hausarztmedizin eine medizinische Informations- und Beratungsstelle ein. Das Zentrum soll im Laufe des Jahres 2023 einsatzbereit sein. Bis dahin steht Betroffenen das umweltmedizinische Beratungstelefon der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) zur Verfügung.

Wie kann ich die Strahlenbelastung bei der Verwendung von Mobiltelefonen verringern?

Grundsätzlich gilt: Je grösser der Abstand zwischen Mobiltelefon und Körper ist, desto geringer ist die Belastung durch nichtionisierende Strahlung.

  • Für das strahlungsarme Telefonieren eignen sich Headsets, die über Bluetooth oder Kabel mit einem Mobiltelefon verbunden sind.
    Bei Bluetooth-Headsets sind Produkte der Klassen 2 und 3 besonders strahlungsarm. Diese sind geeignet, wenn die Distanz zwischen Headset und Mobiltelefon wenige Meter beträgt. Bei grösseren Distanzen sind Headsets der Bluetooth-Klasse 1 nötig. Angaben zu den Bluetooth-Klassen finden sich in der Bedienungsanleitung, beim Hersteller oder beim versierten Händler. Bei Headsets mit Kabel kann die Gesamtbelastung des Körpers verringert werden, indem das Mobiltelefon in einer Tasche und nicht direkt am Körper getragen wird.
  • Die Nutzung der Freisprechvorrichtung (Lautsprecher) ermöglicht einen grösseren Abstand zwischen Mobiltelefon und Körper.
  • Telefonieren bei guter Verbindung (maximale Anzahl Balken auf der Anzeige) verringert die Strahlenbelastung. Die Verbindungsqualität hängt vom Standort, von der vorhandenen Netzinfrastruktur sowie von der Übertragungstechnologie der Netzbetreiberin ab.
  • Die Bedienungsanleitung der Hersteller enthält oft Angaben über geeignete Tragearten oder Tragezubehör für den sicheren Betrieb des Mobiltelefons (z. B. wenn das Mobiltelefon längere Zeit direkt auf dem Körper getragen wird oder Daten über das Mobilfunknetz bezogen werden müssen).
  • Generell sind 5G-Mobiltelefone und 5G-Verbindungen besser geeignet, grosse Datenmengen über das Mobilfunknetz zu beziehen. Bei ähnlichen Strahlungseigenschaften können so wesentlich mehr Daten pro Zeiteinheit verarbeitet werden. Zudem verfügen diese Geräte über eine besonders effektive Leistungsregulierung, um möglichst wenig Strahlung zu erzeugen und die Batterie zu schonen.
  • Nach Möglichkeit soll ein Mobiltelefon benutzt werden, das einen tiefen SAR-Wert aufweist (→ siehe auch Frage «Wie gross ist die Strahlenbelastung bei der Verwendung von Mobiltelefonen?»).

Was weiss man über die Auswirkungen der Strahlung von Mobilfunkantennen auf Tiere und Pflanzen?

Bisher wurden keine schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung auf Tiere und Pflanzen nachgewiesen. Verschiedene Studien haben sich mit möglichen Auswirkungen auf Insekten befasst. Als Hauptursachen für den beobachteten, starken Rückgang der Insekten sind der Verlust natürlicher Lebensräume, Schadstoffe, intensive Landwirtschaft sowie Lichtverschmutzung international anerkannt. Eine Gruppe aus Forscherinnen und Forschern der Universität Neuenburg und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat im Auftrag des BAFU eine Übersicht über Studien zu den Auswirkungen nichtionisierender Strahlung auf Insekten erstellt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Sommer 2022 veröffentlicht.

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Behörden

Welche Behörde hat welche Aufgaben?

  • Der Bundesrat hat die Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) erlassen. Er entscheidet über allfällige Anpassungen der Verordnung. Zudem genehmigt er den Nationalen Frequenzzuweisungsplan (NaFZ), den ihm das BAKOM nach internationalen Verhandlungen über die Aufteilung des Frequenzspektrums für die verschiedenen Funkdienste vorlegt.
  • Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) erteilt die Konzessionen für jene Frequenzen, die vom Bundesrat im Nationalen Frequenzzuweisungsplan (NaFZ) für die Nutzung mit Mobilfunk freigegeben werden. Dabei macht sie auch Mindestvorgaben bezüglich der Versorgung der Bevölkerung.
  • Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) stellt sicher, dass die Bestimmungen des Fernmelderechts und der Konzessionen eingehalten werden und sorgt für die störungsfreie Nutzung des Fernmeldeverkehrs. Das BAKOM überprüft, ob Dienste, Geräte und Anwendungen für die mobile Kommunikation die für sie reservierten Frequenzen nutzen und aktualisiert den Nationalen Frequenzzuweisungsplan (NaFZ). Ausserdem veröffentlicht es eine Karte mit den Standorten von Mobilfunkantennen.
  • Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist für Fragen zur Strahlung von Mobilfunkantennen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit zuständig. Es stellt sicher, dass die Bestimmungen der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) korrekt angewendet werden. Dafür erarbeitet das BAFU Empfehlungen und Vollzugshilfen für Kantone und Gemeinden. Weiter hat es die Beratende Expertengruppe NIS (BERENIS) einberufen, um Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen nichtionisierender Strahlung zu evaluieren. Zudem lässt das BAFU die Strahlung erheben, welcher die Bevölkerung im Alltag ausgesetzt ist.
  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist zuständig für Informationen zum Einfluss der nichtionisierenden Strahlung von mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets, Bluetooth-Geräten, etc. auf die Gesundheit. Es erarbeitet zu diesem Zweck Faktenblätter und gibt Tipps, wie solche Geräte belastungsarm verwendet werden können.
  • Die Kantone und Gemeinden sind für die Bewilligung und Kontrolle von Mobilfunkanlagen zuständig. In diesem Zusammenhang sind sie auch verantwortlich für die Umsetzung der NISV und die Einhaltung der zugehörigen Grenzwerte. Da sich das Baurecht je nach Kanton und Gemeinde unterscheidet, können die Bewilligungsverfahren unterschiedlich sein.

Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom)

Bundesamt für Kommunikation (BAKOM)

Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Bundesamt für Gesundheit (BAG)

Wie funktioniert die Vergabe von Mobilfunkkonzessionen in der Schweiz?

Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) erteilt einer Netzbetreiberin mit der Vergabe einer Mobilfunkkonzession das Recht, eine Mobilfunkfrequenz zu nutzen. Gleichzeitig übernimmt die Netzbetreiberin damit die Pflicht zur dauernden Versorgung sowie zur Einhaltung des technischen Qualitätsstandards. Da für Mobilfunkfrequenzen eine grosse Nachfrage besteht, werden diese in der Regel im Rahmen einer Auktion an die interessierten Mobilfunkbetreiberinnen vergeben.

Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom)

Welche Anforderungen gelten für den Bau von Mobilfunkantennen?

Wie alle anderen Bauten sind Mobilfunkanlagen grundsätzlich im Baugebiet zu erstellen. Ausnahmen werden nur gewährt, wenn ein Standort ausserhalb der Bauzone erforderlich ist, z. B. weil sonst eine Versorgungslücke entsteht. Zudem müssen Antennenanlagen die Grenzwerte der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) einhalten. Die Kantone oder Gemeinden führen entsprechende Kontrollen durch. Hält eine Mobilfunkanlage die Grenzwerte der NISV sowie die baurechtlichen Vorschriften ein, muss sie von der zuständigen Behörde bewilligt werden.

Über die Anforderungen an Mobilfunkanlagen aus Sicht der Gemeinden gibt ein Leitfaden umfassend Auskunft.

BAFU: Leitfaden Mobilfunk für Gemeinden und Städte

Welche Einflussmöglichkeiten haben Gemeinden im Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen?

Gemeinden können durch die Nutzungsplanung bzw. durch Bau- und Zonenvorschriften die Wahl der Standorte von Mobilfunkantennen innerhalb des Baugebiets beeinflussen. Zudem existieren verschiedene Formen, wie Gemeindebehörden und Netzbetreiberinnen bei der Standortwahl zusammenarbeiten.

Rund die Hälfte der Schweizer Gemeinden verwenden das sogenannte «Dialogmodell» und haben eine entsprechende Vereinbarung mit den Netzbetreiberinnen getroffen. Diese informieren die kommunalen Behörden frühzeitige über ihre Ausbaupläne. So erhält die Gemeinde eine gewisse Mitsprache bei der Suche nach geeigneten Antennenstandorten.

Keinen Handlungsspielraum haben Kantone und Gemeinden hingegen bei Sachverhalten, die bereits abschliessend im Umweltschutz- und im Fernmelderecht geregelt sind. Die Vorgaben des Bundes betreffend den Schutz vor nichtionisierender Strahlung durch Mobilfunkanlagen sind für alle Beteiligten verbindlich.

Welche Einflussmöglichkeiten haben Privatpersonen im Bewilligungsverfahren für Mobilfunkantennen?

Die Gemeinden sind verpflichtet, Baugesuche für Neu- und Umbauten von Mobilfunkanlagen zu publizieren und öffentlich aufzulegen. Aus dem Standortdatenblatt (→ siehe auch Frage «Brauchen Netzbetreiberinnen für neue Antennen oder Anpassungen an bestehenden Antennen eine Bewilligung?») geht hervor, bis zu welchem Abstand zur Anlage Personen berechtigt sind, eine Einsprache zu machen. In vielen Kantonen können Anwohnerinnen und Anwohner die Unterlagen während der öffentlichen Auflage einsehen und allenfalls Einsprache erheben. In einzelnen Kantonen (z. B. Kanton Zürich) kann während dieser Zeit der Baurechtsentscheid verlangt werden, der zum Rekurs berechtigt.

Gewisse bauliche Änderungen (sogenannte «Bagatelländerungen») können die Kantone ohne ein ordentliches Baubewilligungsverfahren erlauben. Die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) hat dazu in einer Empfehlung spezifische Immissionskriterien definiert. Der Nachweis der Einhaltung dieser Immissionskriterien wird von der Netzbetreiberin mit einem entsprechend aktualisierten Standortdatenblatt erbracht. Nicht alle Kantone machen von der Möglichkeit der Bagatelländerung Gebrauch.

Wie wird die Strahlung der Antennen von den Behörden kontrolliert?

Kantone und Gemeinden kontrollieren, ob Mobilfunkantennen die geltenden Grenzwerte einhalten. Wird eine Mobilfunkantenne neu erstellt oder ausgebaut, muss die Belastung in der Umgebung der Antenne berechnet und so geprüft werden, ob die Grenzwerte eingehalten sind. Zeigen die Berechnungen, dass der vorsorgliche Anlagegrenzwert (→ siehe auch Frage «Wie wird die Bevölkerung vor der Strahlung von Mobilfunkantennen geschützt?») zu mehr als 80 Prozent ausgeschöpft wird, verlangen die Behörden in der Regel eine Messung der Strahlung nach Inbetriebnahme der Anlage. Wenn diese Abnahmemessung zeigt, dass die Anlage den Grenzwert noch nicht einhält, müssen die Sendeparameter für den regulären Betrieb angepasst werden. Dies geschieht in den meisten Fällen durch eine Reduktion der Sendeleistung.

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Netzbetreiberinnen

Wie wird das Mobilfunknetz geplant?

Die Netzbetreiberinnen planen ihre Mobilfunknetze eigenständig. Sie streben dabei eine möglichst hohe Verbindungsqualität und gute Netzabdeckung an. Bei der Planung sind die Vorgaben der Konzession sowie die umwelt-, bau- und raumplanungsrechtlichen Bestimmungen einzuhalten (z. B. Grenzwerte der NISV, Zonenpläne, Schutz des Ortsbildes).

Welche Mobilfunktechnologien dürfen eingesetzt werden?

Die Mobilfunkkonzessionen sind unabhängig von der verwendeten Technologie (2G, 3G, 4G, 5G, usw.). Die Netzbetreiberinnen sind daran interessiert, konkurrenzfähige Produkte anzubieten und setzen die für sie am besten geeigneten Technologien ein. So wird auch sichergestellt, dass die Frequenzen effizient genutzt werden.

Brauchen Netzbetreiberinnen für neue Antennen oder Anpassungen an bestehenden Antennen eine Bewilligung?

Wenn eine Mobilfunkbetreiberin eine neue Antenne erstellen oder eine bestehende anpassen will, muss sie der zuständigen Behörde der Gemeinde oder des Kantons mit dem Bewilligungsgesuch ein Standortdatenblatt einreichen. In diesem werden technische Informationen wie die Senderichtungen und die maximal zulässigen Sendeleistungen deklariert. Damit kann die Behörde die Einhaltung der Grenzwerte kontrollieren (→ siehe auch Frage «Wie wird die Strahlung der Antennen von den Behörden kontrolliert?»). Die Konzession verpflichtet die Netzbetreiberinnen zudem, dem BAKOM alle zwei Wochen die aktuellen Betriebsdaten zu melden. So kann dieses die Einhaltung der Konzession kontrollieren und die störungsfreie Nutzung des Fernmeldeverkehrs sicherstellen.

Wie stellen die Netzbetreiberinnen die Einhaltung der Grenzwerte im Betrieb sicher?

Auf Empfehlung des BAFU haben die Mobilfunkbetreiberinnen Qualitätssicherungssysteme eingerichtet. Diese vergleichen für jede Antenne regelmässig, ob die bewilligten Werte (z. B. Senderichtung und maximale Sendeleistung) eingehalten werden. Abweichungen müssen innert 24 Stunden behoben werden, sofern dies durch Fernsteuerung möglich ist, andernfalls innerhalb einer Arbeitswoche. Unabhängige Stellen überprüfen die Qualitätssicherungssysteme periodisch und die Netzbetreiberinnen haben den Behörden uneingeschränkte Einsicht zu gewähren.

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